Okt 262015
 

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Viele Leute sagen, Clowns sind traurig und melancholisch. Nun…es gibt solche und solche!

Ich habe in meiner Zeit vieles und viele erlebt. Clowns und Komiker, die auch im privaten Leben ein Clown sein müssen und wollen. Oftmals kann man keinen großen Unterschied vom privaten Menschen zum Manegenclown feststellen. Für mich persönlich etwas anstrengend :=) !

Ich mag gerne klare Linien. Privat und Beruf. Natürlich kann man das nicht immer so einfach voneinander trennen. Im Privaten hat man lustige und komische Stimmungen. So auch eine Bühnenfigur.

Ich habe in Dinner Shows gearbeitet, wo man nach der Show abgeschminkt und umgezogen, also Privat, wieder ins Theater gegangen ist um dort zu Abend  zu essen.  „Ahhh, da kommt ja der Clown“ hiess es immer. Aber ich muß leider sagen, die Gäste waren manchmal etwas enttäuscht, denn der Clown war ja gar nicht mehr lustig. Sondern ernst und machmal auch etwas traurig. Kollegen haben es in diesem Fall einfacher, wenn sie genauso lustig wieder ins Theater kamen. Mir ging es nie so.

Nachdem das Make up unten war und ich umgezogen war, war und bin ich eine andere Person. Die Luft ist draussen. Keine Energie mehr. Müde nach der Show! Eine Person die sich Sorgen macht über die Zukunft, über Beziehungen über alltägliche Dinge. Über alles was ein Mensch erleben kann. Gute Dinge und auch nicht so gute Dinge.

Dann gibt es noch die tragisch komischen Clowns.  Es passieren ständig Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Sie passieren einfach. Die Tücke des Objekts. Man sagt ja auch: Schadenfreude ist die größte Freude!

Das stimmt wohl :=))))) Man lacht gerne über Dinge und Situationen, die anderen passieren. Und ich muss zugeben: Ich auch!

Aber die tragisch komische Theaterfigur findet es nicht komisch. Sie ärgert sich oder ist traurig oder ist melancholisch!

So ist eben das Leben: traurig, lustig, tragisch, komisch und auch melancholisch!

Und das ist auch gut so!

 

Aug 282015
 

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Von 2004 bis ca. 2011 war ich mit der Produktion „Mange Frei“ unterwegs.           Im Rahmen einer Sonderausstellung zum Thema „Circus“ traten wir in großen Shopping malls auf. U.a. Bremen, Köln, Essen, Wuppertal, Bad Oeynhausen, Neunkirchen, Siegen, Wetzlar, …

Wir, d.h. Akrobaten, Jongleure, Kontorsionisten und auch ich. Einen Moderator hatten wir natürlich auch :=) Die Shows gingen meistens 10 Tage und dann trennten wir uns. Nach ein paar Wochen, manchmal Monaten trafen wir uns wieder. Meistens in der alten Besetzung.

Das Ganze hat immer viel Spaß gemacht. Wir hatten es immer sehr lustig miteinander. Meistens gingen wir dann auseinander, bevor die Zickereien auftauchten. Nicht immer so, aber oft! ;=)

Wir wohnten meistens in kleinen günstigen, manchmal in billigen Hotels.                 Die Spielstätte war auch nicht immer so optimal. Manchmal sehr klein, nicht sehr hoch….doof für den Jongleur, Garderobe winzig u.s.w.

Aber egal. Man hat gelernt zu improvisieren.

Machmal waren wir alle in einer Garderobe zusammengepfercht. Nach der Show, durchgeschwitzt. So entstanden manchmal Düfte, die man lieber nicht erleben möchte,……..aber ;=)

Es war eine gute Zeit, wir hatten es lustig und hat trotz aller Schwierikeiten Spaß gemacht!          Und das ist wichtig!

 

 

Jul 072015
 

4 am 24-07-2012 um 15.15 #54 am 24-07-2012 um 15.15 #94 am 24-07-2012 um 15.154 am 24-07-2012 um 15.33 #54 am 24-07-2012 um 15.334 am 24-07-2012 um 16.55 #54 am 24-07-2012 um 17.014 am 24-07-2012 um 17.084 am 24-07-2012 um 17.12

Ich bin immer wieder erstaunt, welches Gummigesicht ich habe. Das soll in keinster Weise hochnässig wirken, aber wenn ich am Spielen bin, spüre ich das nicht. Es passiert einfach! Diese Aufnahmen habe ich gemacht, als mein damaliger Chef mir sagte…“Jörg, Du bist keine 20 mehr, Du solltest Deine Make up ändern. Ich bin der Meinung, Du brauchst überhaupt keine Schminke!“ OK, also machte ich mir viele Gedanken, studierte mein Gesicht, meine Mimik und veränderte mein Make up. Also so ganz ohne Schminke……..nee. Ich reduzierte meine Schminke und zog sogar ein paar Falten nach……….. :=) Also: Aus dem so immer jugendlichen WURSTL wurde der etwas reifere Theo D`Or! Und ich muß sagen: Es ist gut so!

Jun 152015
 

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Letzten Samstag hatte ich einen Auftritt im Dolder, Zürich. Ich muß wirklich sagen: ein sehr, sehr chices Hotel! Die Mitarbeiter dort super nett. Das waren alles Leute mit denen man quatschen konnte, die Spaß verstehen. Null arrogant. Es war eine Hochzeit. Ich zeigte meine Bühnennummer „Der komische Dirigent“. Es kam gut an. Die Lacher an der richtigen Stelle. Technik, sprich Musik hat geklappt. Ein sehr guter Auftritt! Sehr lustig war: wir konnten Essen bestellen. Nach meinem Auftritt stand das Essen in der Gaderobe. Eine Kollegin hatte etwas bestellt, was ich nicht wusste.

Also ich kam in die Garderobe und sehe einen Teller mit einer Deckel. Na, was ist denn das? Etwas für mich. Ich hebe den Deckel und traute meinen Augen nicht. Ein Mini Mini Fisch in einem tiefen Teller, dazu ein Haufen Brot und ein Kännchen Soße. Nouvelle cuisine???? Das hätte in einen hohlen Zahn gepasst, ich bekam fast einen Lachanfall. Alle die reinkamen hatten Hunger und schauten sich auch staunend diesen Fisch an. Als dann endlich jemand vom Service kam, stellte sich heraus, das es Suppe war! Es kam niemand von uns darauf und wir dachten: so eine Menge Soße für diesen kleinen Fisch! Unser Essen haben wir dann auch nach einiger Zeit gefunden. In einem Wärmewagen, darüber eine weisse Tischdecke…….Es war sehr lecker und alle  waren sehr zufrieden! ;=)

Jun 132015
 

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Gestern Abend hatte ich einen Auftritt im Oeschberghof. Im Rahmen eines Golfturniers. Zuerst war meine Aufgabe die Gäste zu fotografieren. Es macht immer wieder Spaß zu sehen, wie die Gäste auf mich reagieren…und wie sie mir aus der Hand fressen (das ist natürlich positiv gemeint!). Sie haben immer viel Spaß und jeder lässt sich gerne fotografieren, obwohl das normalerweise für viele Leute ein Problem ist. Ich krieg das immer gut hin, das sich die Gäste wohl fühlen! Und das ist wichtig! Und das  die Nummer „Der Komische Dirigent“. Erst dachte ich…upps…die Musikanlage ist zu leise…aber dann musste ich nur einen bestimmten Regler betätigen und es funktionierte wunderbar. Ach ja, im Hotel wurde ich sehr gut empfangen, Garderobe war gut. Alles in Allem ein sehr guter Auftritt, nette Leute….so habe ich das gerne!

Jun 092015
 

20 Jahre lang hieß meine Clownsfigur WURSTL. Der Name ist ein ausgefallener Name und kam immer sehr gut an bei meinen Kunden. Doch nach und nach kamen Stimmen auf, die sagten: ach, das klingt wie ein ein Kinderclown. Du bist zu Erwachsen für einen solchen Namen. …

Also machte ich mir lange Zeit Gedanken darüber und ich muß sagen, sie hatten mehr oder weniger Recht.

Am Anfang meines Schaffens war ich natürlich sehr jung und konnte den naiven und unsicheren Clown spielen. Nach und nach wurde ich älter…aber nicht Alt ;=)…und reifer, und sicherer, und selbstbewusster. Wurstl passte wirklich nicht mehr!

Ja und jetzt….welcher Name passt und klingt gut?

Theo D`Or war geboren. Theodor oder Theo oder Theo (Vorname) D`Or (Nachname bedeutet…der Goldige) Theo D`Or ist für mich jetzt der ideale Name und meine Kunden finden ihn gut!

Das war eine rechte Hausgeburt!

 

Jun 052015
 

Artikel erschien bei www.eventpeppers.de 4. August 2014

FlashLight – Was macht das perfekte Straßenfest für Jung und Alt aus?

Theo D`Or

Standort:
Freiburg im Breisgau, Deutschland
Ein optimales Strassenfest verbindet Jung und Alt! Einander Kennenlernen, Sprechen und Spaß haben. Freude haben, wenn man Zuschauen darf, wie Kinder miteinander spielen oder sich ältere Menschen neu kennenlernen und Kontakte knüpfen. Sozusagen ein Mehrgenerationenhaus auf der Strasse! Theo D`Or ist zur Stelle. Er gibt Hilfestellung und schafft Kontakte auf witzige und spontane Art. Er fühlt sich in jeder Situation wohl und Zuhause. Theo organisiert einen Sitzplatz, etwas zu trinken und zu essen. Theo redet viel, aber nie zuviel. Nach einem Strassenfest gehen alle vergnügt nach Hause. Ein Tag in entspannter Atmosphäre mit Freunden.

Jun 052015
 

Mutter der Zirkusfamilie: «Wir wollten nie einen eigenen Zirkus aufbauen»

Noch im Alter von 78 Jahren reist Hildegard Muntwyler mit dem Circus Monti und ihrer Familie durch die halbe Schweiz – sie möchte kein anderes Leben. aw
Quelle: Andrea Weibel
Hildegard Muntwyler (78) war sehr skeptisch, als ihr Mann den Circus Monti gründen wollte. Im Interview erzählt sie, wie alles anfing. Und dass es Momente gab, als sie spürte, dass ihre Zirkusfamilie nicht ganz ernst genommen wurde. von Andrea Weibel

Hildegard Muntwyler hat beinahe Seesicht. Jedenfalls während zweier Wochen. Ihr Holzwagen Nummer 19, den sie während gut acht Monaten im Jahr bewohnt, steht derzeit zusammen mit knapp 100 Zirkuswagen, Campings und Zugfahrzeugen etwa 50 Meter vom Vierwaldstättersee entfernt in Luzern in der rot-weissen Wagenburg des Circus Monti.

Von ihrer Türe trennen sie nur wenige Schritte vom grossen Chapiteau. In ihrem Wagen fühlt sich die Mitbegründerin des Wohler Zirkus genau so wohl wie in ihrem Haus in Wohlen. Sie sagt, sie möchte gar nicht das ganze Jahr über im Freiamt wohnen. Doch vor 30 Jahren war sie noch nicht ganz gleicher Meinung.

Frau Muntwyler, Ihr Mann Guido war immer ein grosser Clown- und Zirkusfan. Sie auch?

Hildegard Muntwyler: Nein, gar nicht. Ich kannte die Zirkusse, denn früher kamen viele nach Wohlen. Als Schulkind ging man fast jedes Jahr in den «Knie», der damals auch noch im Dorf gastierte. Aber mich beeindruckte das nie.

Dennoch gründeten Sie gemeinsam mit Ihrem Mann einen der heute bekanntesten Zirkusse der Schweiz. Wie kam es dazu?

Angefangen hat alles, als der Wind dem Circus Olympia das Zelt zerrissen hatte und Direktor Dominik Gasser den Wohler Rektor – meinen Mann – anfragte, ob sie eine Turnhalle oder Ähnliches hätten, wo der «Olympia» auftreten könnte. Guido organisierte den Chappelenhofsaal. Seit damals waren sie Freunde.

Ihr Mann und die Kinder traten dann auch beim «Olympia» als «die fünf Montis» auf.

Genau. Anschliessend fuhren wir in den Sommerferien mit dem «Olympia» mit. Ich hätte das nicht gedacht, aber die Begeisterung meines Mannes und meiner Kinder war so gross, dass ich mir vorstellen konnte, eine ganze Saison lang mitzufahren. Am Ende wurden es drei Saisons, bevor wir zurück nach Wohlen gingen.

Hatten Sie Fernweh, zurück in Ihrem Haus in Wohlen?

Nein, ich nicht. Es war spannend für mich, zu reisen und immer neue Leute zu treffen. Aber ich hätte mich gut wieder daheim in Wohlen einleben können. Aber Guido war vom Zirkus-Virus gepackt. Und unser Sohn Johannes hatte sich bereits zum Jongleur ausbilden lassen.
Was aber auffällt, sind die vielfältigen, sehr starken Fähigkeiten der Artisten.
Quelle: Alex Spichale

Abgesehen von einigen Glitzerbändern an den Kostümen kommt das Programm vollkommen ohne Glamour aus.
Quelle: Alex Spichale

Also beschlossen Muntwylers, einen eigenen Zirkus zu gründen?

Nein, überhaupt nicht. Wir wollten nie einen eigenen Zirkus aufbauen. Mit einem Zirkus mitreisen, ja, aber wir kamen ja nicht aus einer Zirkusfamilie. Also schlossen wir uns einem anderen Zirkus an. Ich fand, wenn die Familie das unbedingt will, komme ich mit. Ich gab mir zwei Jahre Zeit, herauszufinden, ob ich das auch wirklich will.

Aber es wurden keine zwei Jahre daraus.

Nein, denn schon bald merkten wir, dass die beiden Familien verschiedene Auffassungen hatten und wir die unterschiedlichen Ideen nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen konnten. Also beschlossen wir, den anderen Zirkus zu verlassen. Als ich unsere Freunde daheim anrief, sagten sie alle das Gleiche: «Macht euren eigenen Zirkus, wir helfen.»

Und das überzeugte Sie?

Für Guido und Johannes war es ein Sekundenentscheid. Sie waren sofort Feuer und Flamme für die Idee, einen eigenen Zirkus aufzubauen. Also packten wir unserer Sachen samt Wohnwagen, WC-Wagen und Fassade und fuhren zurück nach Hause. Es war damals Ende September. Alles, was wir wussten, war, dass wir am 12. März 1985, also nur ein halbes Jahr später, mit dem «Monti» Premiere feiern wollten.

Waren Sie ebenfalls so enthusiastisch wie Ihre beiden Männer?

Nein, gar nicht. Vor allem die finanzielle Lage machte mir Sorgen. Man konnte ja nicht abschätzen, wie alles laufen würde. Dennoch habe ich mitgezogen und war unglaublich dankbar, dass alle unsere Freunde uns so sehr unterstützt haben.

Wenn Sie zurückschauen: Haben Sie den Entschluss, einen eigenen Zirkus aufzubauen, jemals bereut?

Dafür ist es sowieso zu spät (lacht). Nein, bereut habe ich es nicht. Es gab Momente, in denen ich zu spüren bekam, dass man uns als Zirkusfamilie nicht ganz ernst nahm. Wenn ich zum Beispiel die Elektriker im Voraus hätte bezahlen müssen, weil sie Fahrenden nicht vertrauten. Aber das haben wir immer sofort geregelt. Es war viel Arbeit, aber mir gefielen der Umgang mit den Leuten und das viele Reisen.

Selbst nach 30 Jahren fahren Sie noch mit. Wieso das?

Ich bin gern in Wohlen, aber das ganze Jahr dort zu sein, könnte ich mir nicht mehr vorstellen. Beim Circus Monti habe ich meine Familie und meinen Job. Solange ich noch arbeiten kann, möchte ich das auch tun. Freunde kann ich trotzdem jederzeit besuchen.

Seit dieser Saison steht auch Ihr dritter Enkel, Nicola, in der Manege. Was ist das für ein Gefühl?

Darüber freue ich mich sehr. Mir ist es wichtig, dass jeder die Wahl hat, ob er beim «Monti» mitmachen will oder nicht. Schön, dass Nicola nun auch die Chance hat, mit seinen beiden Brüdern und seinem Vater aufzutreten. Natürlich bin ich sehr stolz auf sie alle.
1977 – Die Montis machen Ferien beim Circus Olympia
Quelle: Zur Verfuegung gestellt

Alte Aufnahme vom Circus Monti
Quelle: Felix Wey

(az Aargauer Zeitung)